Seg Tour Munich – Erlebnistest | Bettina beim Segway Fahren in München

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Ich habe meine Erlebnistesterin Bettina zum Segway-Fahren nach München geschickt. Dort war sie mit Seg Tour Munich unterwegs und berichtet in diesem lebegeil Erlebnistest über ihre Erfahrungen.

Segway Tour in München mit Bettina

Ich muss zugeben, am Tag des Tests hatte ich erst mal nur relativ eingeschränkt Lust auf eine Segway-Tour durch München. Das lag zum Einen daran, dass ich einen freien Abend ganz gut hätte gebrauchen können. Zum Anderen bin ich als Münchner Fahrradfahrerin immer mal wieder leicht irritiert und belustigt von durch die Stadt rollenden Segway-Touren, die überholt werden wollen und beim Rumcruisen klischee-tourimäßig und irgendwie lustig aussehen.

Unter Berücksichtigung dieser kleinen generellen Segway-Tour-Voreingenommenheit war ich also erst mal leicht skeptisch und etwas befangen. Umso schöner, dass ich am Ende des Abends doch recht überzeugt aus der Tour gehen sollte.

Los geht’s

Segways

Treffpunkt war recht zentral am Marienplatz. Außer mir nahmen zwei weitere nette Damen aus dem Münchner Umland an der Stadtführung von Seg Tour Munich teil, wir hatten zu Dritt also eine sehr verträgliche Gruppengröße (die Touren haben je nach Auslastung bis zu 8 Teilnehmer).

Zunächst trabten wir unserem Guide, Dre, etwa 5-10 Gehminuten zum Segway-Laden hinterher. Vor Ort bekamen wir eine kurze Videoeinweisung mit den wichtigsten Regeln vorgespielt, dann folgte die praktische Einweisung auf dem Segway.

Ich persönlich war schon einmal mit dem Segway unterwegs und deshalb recht schnell wieder „eingefahren“. Für meine beiden Mitfahrerinnen war das Gerät Neuland und sie konnten sich etwas länger einweisen lassen, wofür sich der Guide auch Zeit nahm.

Um 19:30 Uhr (Treffpunkt 18:50 h, offizieller Tourstart 19:00 h) waren dann alle „ready to go“ und wir konnten starten. Dre legte gleich eine ordentliche Geschwindigkeit vor und brauste los. Ich fand das super, hatte jedoch gleichzeitig den Eindruck, die beiden Damen hätten sich einen etwas sanfteren Start gewünscht.

Trotzdem achtete Dre darauf, dass keiner abgehängt wurde und bald waren wir alle auf einem Geschwindigkeitslevel und man gewann immer mehr Spaß am Fahren.

Die Entdecker Tour bei Seg Tour Munich

Gruppe segway tour münchen

Die Tour, an der ich teilnahm, war die „Entdecker Tour“. Hier findest du einen Überblick über alle Routen in München..

Es stellte sich heraus, dass diese Tour inhaltlich für mich genau richtig war. Als Wahlmünchnerin seit 7 Jahren kenne ich die gängigen Sehenswürdigkeiten (wer diese sehen möchte: enthalten in der „Classic Tour“) und hätte hier wohl nur sehr eingeschränkt Neues von München gesehen.

Die Entdecker-Tour führte dagegen durch viele kleinere, mir bis dahin unbekannte Straßen und Gassen, teilweise fernab der Innenstadt und zeigte viele nicht ganz so bekannte Gebäude und interessante Plätze, die gerne übersehen werden und dennoch einen spannenden Hintergrund haben. Das gab der Tour eine angenehme Unaufgeregtheit.

Von Stop zu Stop hatte man außerdem oft die Gelegenheit, einfach ein bisschen mit dem Segway entlangzubrausen und das Tempolimit von 20 km/h auszureizen, während man neue Straßenzüge entdeckt. Insgesamt waren wir bis kurz vor 22 h unterwegs, es war also mit fast zweieinhalb Stunden eine durchaus lange Tour.

Entgegen meiner anfänglichen Skepsis muss ich nun mal eine Lanze für das Fortbewegungsmittel Segway als Grundlage für eine ausschweifendere Stadttour brechen, gerade in München.

Ein toller Weg, um die Stadt zu erkunden

Immer wenn ich Besuch bekomme und Freunden die Stadt zeigen will, habe ich ein gewisses Problem, da die Sehenswürdigkeiten und schönen Plätze in München recht weitläufig verteilt sind und eine fußläufige Tour deshalb meiner Meinung nach nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Stadt abdecken kann.

Eine der Hop-on-Hop-off Bustouren fand ich damals echt nicht toll, unpersönlich und mit Bandansage… Ich habe mir mittlerweile sogar ein Gästefahrrad zugelegt, damit ich die Stadt mit meinen Freunden mobiler „bereisen“ kann. In diesem Sinne ist eine Tour, die nicht ausschließlich den Stadtkern umfassen soll, mit dem Segway wirklich eine sinnvolle Sache.

Die Reichweite ist enorm (wir fuhren wärend unserer Tour ca. 20 km weit), das Gerät ist leicht zu steuern, es macht Spaß zu fahren und es erfordert null Komma null körperliche Anstrengung (wie es z.B. bei einer Fahrradtour der Fall wäre), ist also für so gut wie jeden geeignet.

Aber zurück zur Tour: Meiner Meinung nach hängt die Qualität einer Stadttour neben dem Wetter immer fast ausschließlich vom jeweiligen Stadtführer ab. Segtours München hat ca. 16 verschiedene Guides, von denen ich natürlich jetzt nur Dre erlebt habe, aber mit ihm hatte ich Glück.

Er stellte sich als sehr weitreichend informierter Stadtführer heraus, der auch Fragen abseits der Tour beantworten konnte und dem man seine Leidenschaft für die Hintergründe der Stadt anmerkte.

Die schönsten Orte Münchens

Dres Tour beinhaltete u.a. den Vortrag Literatur eines Nobelpreisträgers, die am bzw. über den speziellen Ort in München geschrieben worden war, das passionierte Zitieren eines alten Gedichtes zur Beschreibung des englischen Gartens, die amüsante Anekdote zum Vater des Spruches „Wer ko der ko“ oder einfach das Vorbeifahren am Dres Meinung nach „schönsten Baum Münchens“, einer beeindruckenden Hängebuche im Herzen Bogenhausens.

Auch der Fahrspaß kam bei ihm nicht zu kurz, z.B. bei einer Slalomfahrt durch die „Weißwurstallee“ (die Säulen am Haus der Kunst), während das von Dre nur nebenbei auf Nachfrage meiner Tourgefährtinnen erwähnte unter uns liegende P1 am Abend gerade zum Leben erwachte.

Für meinen persönlichen Geschmack gab es etwas zu viele Verweise auf alte Münchner Serien, die mir bis auf den „Pumuckl“ höchstens vom Titel her bekannt waren, aber das liegt wohl an zum einen an meiner Generation, zum anderen daran, dass ich als Franke eben nur ein „Beutebayer“ bin und somit wohl als „zugroaßt“ (zugereist) gelte.

Besonders nett fand ich, dass Dre offenbar versucht, sich auf jeden Gast speziell ein bisschen vorzubereiten. Zum Beispiel hatte er sich über die Heimatstadt meiner Mitfahrerinnen informiert und ließ dies in die Tour mit einfließen.

Mein Gesamtfazit fällt insgesamt sehr positiv aus: Segway als Fortbewegungsmittel für eine Stadttour super, Führung gut zusammengestellt, Guide ein Original. Vielleicht sollte ich doch auch mal so eine Tour machen, wenn ich demnächst der tourimäßige Touri in einer anderen Stadt bin und ein bisschen mehr entdecken will als fußläufig möglich.

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Über den Autor

Ich bin Jan, lebe in Mexiko und liebe es, neue Dinge auszuprobieren. Meine Bucketlist ist voll und das Leben ist kurz. Ich schreibe auf lebegeil über die besten Freizeitaktivitäten, die extremsten Erlebnisse und die coolsten Erlebnisgeschenke.

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