surfen lernen in europa - tipps fuer den surfurlaub

Surfen lernen in Europa | 6 Tipps für deinen ersten Surfurlaub

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Auch wenn es nicht jedem klar ist, für ein tolles Surfabenteuer musst du nicht nach Hawaii oder Bondi Beach in Australien reisen. Einige der besten Surfspots für Anfänger-, Fortgeschrittene- und Profisurfer befinden sich fast direkt vor der Haustüre: nämlich in Europa.

#Ob Frankreich, Spanien, Portugal oder die kanarischen Inseln – wunderschöne Surforte mit guten Wind- und Wellenbedingungen, an denen du Surfen lernen kannst, fordern keine Reise ans Ender der Welt von dir.

Auch wenn diese Ziele gefühlt vor der Haustüre liegen, gibt es ein paar Dinge, die du bei der Planung deiner Reise beachten solltest, damit es auch wirklich ein voller Erfolg wird.

1. Die besten Surforte in Europa

Auch wenn man selbst auf Sylt, in Dänemark, in Irland oder in Italien surfen kann, möchte ich dir vor allem die Surforte in Europa vorstellen, an denen du die meisten Spots für ungeübter Surfer findest.

Frankreich

Gerade für Anfänger sind die breiten Sandbänke an der französischen Atlantikküste der ideale Ort um erste Stehversuche auf dem Surfbrett zu wagen. Genauso kommen hier aber auch richtige Surfprofis an den beliebten Beachbreaks auf ihre Kosten.

Besonders die Nähe zu Deutschland spricht definitiv dafür, dass du deinen ersten Surfurlaub in Frankreich verbringen solltest. Aber auch Croissants, wunderschöne Pinienwälder und charmante Campingplätze werden für einen unvergesslichen Urlaub sorgen.

In Frankreich gibt es mittlerweile so viele Surfcamps, dass es schwierig geworden ist, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen. Ob Partycamp, Familienunterkunft oder luxuriöses Surfhotel, in der Surfcamp Review bei Surfnomade findet jeder eine passende Bleibe.

Meine Surfort-Tipps für Frankreich: Moliets Plage | Carcans Plage | Hossegor | Biarritz

Nordspanien

surfen in europa – nordspanien

Zum Surfen solltest du die Region rund um Kantabrien in Nordspanien anpeilen. Da diese Gegend zur Hauptsaison etwas ruhiger und die Landschaft wirklich atemberaubend ist, solltest Nordspanien ganz oben auf deiner Bucket List stehen.

Neben der Natur haben auch die Städtchen entlang der Küste einiges zu bieten. Auch weil der Jakobsweg dort in Richtung Santiago führt, gibt es viele touristen-freundliche und gleichzeitig preiswerte Unterkünfte, Restaurants und Aktivitäten.

In der kleinen Stadt San Sebastian kannst du zum Beispiel ideal quirliges Nacht- und Stadtleben mit Surfen am dortigen Stadtstrand verknüpfen.

Meine Surfort-Tipps für Nordspanien: Zarautz San | Vicente de la Barquera | Liencres

Portugal

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Portugal ist ein echtes Surferparadies. Mit der über 600 km langen Westküste zählt diese Region zu einer der wellensichersten Surfreiseziele in ganz Europa. Mit den unzähligen Beach- und Reefbreaks wird Portugal sowohl für Anfänger als auch für erprobte Surfer im Herbst zum sicheren Anlaufsziel. Warum im Herbst? Weil dann die Wellen sehr zuverlässig sind und das Atlantikwasser noch vom Sommer aufgewärmt ist.

Im Winter wird eher an dem nach Süden ausgerichteten Küstenabschnitt zwischen Sagres und Faro gesurft. Das Wetter ist dann aber auch in der Algarve recht wechselhaft und es kostet deutlich mehr Überwindung, sich morgens in den kalten Neoprenanzug zu zwängen.

Egal ob du in ein Surfcamp in Portugal möchtest, oder mit dem Bulli unterwegs bist, es gibt zahlreiche Optionen für einen abenteuerlichen Surftrip. Der Surfguide Portugal ist mein absoluter Geheimtipp um einen perfekten Überblick über Spots, Unterkünfte, Surfshops, etc. zu bekommen.

Aber nicht nur die tollen Wellen sollten dich nach Portugal locken. Neben einer herrlichen Küstenlandschaft bietet Portugal charmante Dörfer, eine wunderschöne Hauptstadt und viele leckere Törtchen namens Pastel de Nata.

Meine Surfort-Tipps für Portugal: Ericeira | Peniche | Aljezur

Kanarische Inseln

kanarische inseln - einer der besten orte in europa zum surfen

Die kanarischen Inseln werden auch das Hawaii Europas genannt. Unter anderem kannst du hier die besten Surfbedingungen in ganz Europa vorfinden. Auch die Tatsache, dass die kanarischen Inseln im Winter mit angenehm warmen Temperaturen locken, machen sie zum attraktiven Reiseziel.

Zum Surfen sind besonders die beiden Inseln Teneriffa und Fuerteventura geeignet. Aber auch die Tiefen-Entspanntheit, die die Inselbewohner vor Ort an den Tag legen, trägt eindeutig zu einem besonderen Urlaub dabei.

Auf der Vulkaninsel Teneriffa gibt es unzählige tolle Surfspots. Von seichten Beach Breaks bis hin zu nicht ganz ungefährlichen Reef-Breaks, hast du hier eine große Auswahl an verschiedensten Bedingungen.

Im Süden wirst du um die Strände von Playa de Las Americas und Los Cristianos fündig werden, allerdings sind die Strände hier auch sehr touristisch. Im weniger überrannten Norden kannst du dich um Puerto de la Cruz, Bajamar und La Laguna auf die Wellenjagd begeben.

Die etwas kleinere Insel Fuerteventura erinnert landschaftlich sehr stark an eine Wüste. In nur ca. 25 Minuten kannst du von der West- an die Ostküste gelangen. Das ermöglicht dir eigentlich immer surfbare Bedingungen zu finden.

Während Profi-Surfer sich an wilden Reef Breaks im Norden erfreuen, genießen Anfänger die seichten Beachbreaks an der Ost- und Westküste, die mit kilometerlangen, weißen Sandstränden punkten.

Auch wenn die Line-Ups auf Fuerteventura in der Ferienzeit etwas voller sein können, ist es mit ein wenig Ortskenntnis oder der Hilfe durch einen lokalen Surfcoach eigentlich immer möglich, eine gute Ausweichoption zu finden.

Meine Surfort-Tipps für die Kanarischen Inseln: Corralejo | El Cotillo | La Pared

2. Ein gutes Surfcamp finden

Surfcamp in Frankreich | Europa surforte

Gerade bei deinen ersten Surfversuchen ist es wichtig, dass du unterstützt wirst und eine sichere, organisierte Atmosphäre herrscht. Beim Surfen spielen viele unberechenbare Faktoren, wie Strömungen, andere Surfer und die Wind- und Wellenbedingungen eine große Rolle.

Als Surfanfänger solltest du definitiv davon absehen, ganz alleine “einfach mal zu probieren”, denn das kann nicht nur für dich selbst, sondern auch für andere Surfer gefährlich werden. In einem Surfcamp oder einer Surfschule werden dir die dafür nötige Theorie und Sicherheitsregeln erklärt.

Da es aber neben dem eigentlichen Surfunterricht auch wichtig ist, dass du dich im Surfcamp wohlfühlst, solltest du darauf achten, dass der “Vibe” den das jeweilige Camp, verspricht auch das ist, was du dir vorstellst. Deshalb informiere dich im Vorfeld genau, für was du dein Geld ausgeben möchtest.

Geschulte Surflehrer: Auch ein Surfcoach sollte eine Ausbildung haben und nicht nur eigene Erfahrungen weitergeben. Eine Surflizenz der ISA (International Surfing Association) versichert dir, dass dein/e Lehrer/-in auch wirklich weiß wovon er/sie spricht.

Gruppengröße: Am meisten lernst du definitiv in einer kleinen Gruppe, gerade wenn du Anfänger bist. Deshalb solltest du auf den Betreuungsschlüssel des jeweiligen Camps achten. Dabei sind maximal 6 Schüler pro Coach ideal.

Entfernung zum Surfspot: Es ist super, wenn du auch nach dem Surfunterricht noch mal die Möglichkeit hast, mit dem Brett in die Wellen zu hüpfen und weiter zu üben. Deshalb sollte der Surfspot des Camps nicht allzu weiter entfernt sein.

Durchschnittsalter der Gäste: Es gibt wirklich super unterschiedliche Camps. Vom Teenie-Camp mit ordentlich Animation und Party bis hin zum ruhigen, gemütlichen Familiencamp. Informiere dich deshalb im Vorfeld wie die Atmosphäre in dem anvisierten Surfcamp beschrieben wird, damit du dich auch wirklich wohlfühlen wirst.

Videoanalyse: Auch wenn es kein “Muss” ist, eine Videoanalyse in der Surfstunde kann dir helfen, deutlich schneller Fortschritte zu machen. So kannst du die Fehler, die dir vielleicht gar nicht auffallen während du sie “begehst” sehen und viel schneller verbessern.

Meine Surfcamp-Tipps für Frankreich:

  • Summersurf, Carcans Plage
  • Pura Vida Lodge, Mimizan Plage
  • Longwave Surfcamps, Vieux-Boucau

Meine Surfcamp Tipps für Nord-Spanien:

  • Camino Surf Surfcamp, Valdoviño
  • Elementsurf, Oyambre
  • A-frame Surfcamp, El Palmar

Meine Surfcamp Tipps für Portugal:

  • Janga Surfcamp, Figueira da Foz
  • Dreamsea Surf House, Sintra
  • The Surf Experience, Lagos

Meine Surfcamp Tipps für Kanarische Inseln:

  • Nalusurf, La Pared (Fuerteventura)
  • FreshSurf, El Cotillo (Fuerteventura)
  • Green Wave Surf School, Punta del Hidalgo (Teneriffa)

3. Ideale Reisezeit

ideale reisezeit surfen europa

Ganz generell bietet sich in Europa der Frühling, Sommer und der frühe Herbst zum Surfen für Anfänger an. Je mehr es Richtung Winter geht, desto größer, herausfordernder und abenteuerlicher werden die Wellen zumeist.

Das heißt aber trotzdem nicht, dass du im Winter als Anfänger keine Chance hast, in Europa surfen zu gehen. Du solltest dann allerdings auf die kanarischen Inseln ausweichen.

  • Frankreich: absolute Hochsaison ist von Juli bis September.
  • Nordspanien: Die besten Bedingungen zum Surfen erwarten dich im Frühling und im Herbst, aber auch im Sommer kannst du ein paar nette Wellen erwischen.
  • Portugal: Für Surfanfänger sind die Sommermonate ideal, während die Profis zwischen Oktober bis April auf ihre Kosten kommen.
  • Kanarische Inseln: eigentlich kannst du auf den Kanaren fast das ganze Jahr über surfen, aber die besten Wellen wirst du von September bis März vorfinden.

4. Auch Theorie gehört dazu

surfen in europa theorie-session video

Um dich im Wasser sicher zu fühlen und auch aus einem theoretischen Blickwinkel zu verstehen, was inmitten der Brandung zu tun ist, solltest du als Erstes die Grundlagen der Surftheorie verstehen.

Besonders die Entstehung von Wellen, das Zusammenspiel aus Wetter und Wellen, die Regeln beim Surfen, der Umgang mit anderen Surfern, aber auch das Wissen über Equipment und dessen Pflege sind Bestandteile der Surftheorie. All dieses Wissen wird es dir deutlich einfacher machen in deinen ersten Surfstunden klar zu kommen.

Wenn du Lust hast, dich bereits im Vorfeld in das Thema “Surftheorie” einzuarbeiten, empfehle ich dir das Buch WAVE CULTURE Surfcoach: Trainingsbuch und Travelguide für Wellenreiter. Dieses Buch vermittelt dir anschaulich die wichtigsten Basics.

5. Trainiere deinen Pop-Up

Wenn du noch nie Surfen warst, ist es dir wahrscheinlich nicht klar. Aber bereits auf deinem heimatlichen Fußboden kannst du ziemlich viel dafür tun, dass deine erste Surfstunde kein absolutes Desaster wird. Um als Anfänger einen erfolgreichen Stehversuch auf dem Brett hinzulegen, ist der Pop-up essenziell.

Und diesen kannst du wunderbar zuhause trainieren. Ein Youtube-Video kann dir dabei helfen, auch visuell zu verstehen, was eigentlich zu tun ist. Identifiziere im Vorfeld, welches Bein vorne stehen soll, indem dich jemand spontan von hinten schubst.

Das Bein, mit dem du intuitiv nach vorne gehst, sollte später auch auf deinem Surfboard vorne stehen. Die wichtigsten Schritte zum Üben eines Pop-ups habe ich dir aber auch hier schon mal zusammengestellt:

  • Leg dich auf den Boden und paddle mit deinen Armen seitlich längs deines Körpers eine imaginäre Welle an.
  • Nun leg deine Hände flach auf Brusthöhe auf den Boden und drück dich in einer Art Hohlkreuz nach oben.
  • Zieh das Bein, welches hinten auf dem Brett stehen soll an und drück dich mit Händen und dem hintere Fuß ab, sodass der andere Fuß nach vorne zwischen deine Hände kommen kann.
  • Aus dieser Position stehe langsam auf und halte deine Knie gebeugt, während dein Oberkörper aufgerichtet ist, sodass du in einer niedrigen Standposition verweilen kannst.

Übe diesen Ablauf so lange, bis du ihn im Schlaf kannst. Das ist deine erste Vorbereitung fürs Surfen.

6. Was du als Anfänger wirklich an Equipment brauchst

surfen in europa - poncho

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, brauchst du für deine ersten Surfstunden außer wirklich gutem Sonnenschutz und einem Surf Bikini/ Boardshorts eigentlich gar nichts anzuschaffen. Das meiste Equipment leihst du dir nämlich vor Ort im Surfcamp oder in deiner Surfschule aus. Einen kleinen Überblick über praktisches Equipment möchte ich dir hier aber trotzdem geben:

  • Neoprenanzug: Sobald die Wassertemperaturen unter 23 Grad sein sollten, brauchst du auf jeden Fall einen Neoprenanzug. Dieser hält nicht nur warm, sondern schützt auch vor Sonne und möglichen Verletzungen. Bei deinen ersten Stunden kannst du den Wetsuit auf jeden Fall im Surfcamp leihen, auf Dauer ist es aber sinnvoll (auch aus hygienischen Gründen) dir einen eigenen Neo anzuschaffen.
  • Sonnenschutz: Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens 50 SPF) sollte immer in deinem Gepäck sein, wenn du einen Surfurlaub planst. Durch die zusätzliche Reflektion des Wassers verbrennen Ohren, Nase und Wangenknochen bestimmt 3x so schnell, als wenn du dich am Strand sonnen würdest. Selbst wenn es bewölkt ist, beim Surfen solltest du niemals auf Sonnenschutz verzichten. Praktisch kann auch ein Zinkstift für die besonders erhabenen Partien deines Gesichts sein.
  • Surfponcho: Ein Surf Poncho ist definitiv kein “Muss” aber eines der praktischsten Strand-Accessoires zum Surfen überhaupt. Er dient als mobile Umkleide, hält nach dem Surfen richtig schön warm und kann auch Zuhause noch als Bademantelersatz genutzt werden.
  • Surfbrett: Ein Surfbrett ist wahrscheinlich das Bestandteil des Surfequipments, welchen du dir als letztes zulegen wirst. Auch wenn es ohne natürlich nicht geht, kannst du dir Surfbretter wirklich lange einfach ausleihen. Selbst wenn du auf eigene Faust einen Surfurlaub planst, macht es Sinn, das Board einfach vor Ort zu leihen, anstatt es mit dir rumzuschleppen. Als Anfänger wirst du normalerweise auf einem gepolsterten Softtop-Surfboard mit elastischen Finnen starten. Dieses hat viel Volumen und macht es dir leichter, dich von der Welle davontragen zu lassen.

Meine wichtigsten Surftipps für dich zusammengefasst:

  1. Entscheide dich für einen schönen Surferort mit den passenden Surfbedingungen.
  2. Finde ein wirklich gutes Surfcamp, das deinen Vorstellungen entspricht.
  3. Wähle die ideale Reisezeit für dich aus.
  4. Beschäftige dich ein wenig mit Surftheorie.
  5. Nutze die Chance und übe deinen Pop-Up bereits vor deiner ersten Surfstunde.
  6. Packe die richtigen Sachen ein.

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Planung deines ersten Surfurlaubes in Europa!

Über Anna Zimmermann

Als Social-Media Expertin, Yogalehrerin und Ocean-Lover tingle ich durch die Welt und habe mich aktuell erst mal in meiner Lieblings-Stadt Lissabon niedergelassen. Als Autorin schreibe ich für den Blog surfnomade.de, denn ich liebe es meine Erfahrungen & Abenteuer rund um das Thema Meer & Surfen mit anderen Menschen zu teilen.

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